

Einleitend sollen Grundlagen kurz erläutert werden um sicher zu stellen, dass eine einheitliche Begriffsklärung gegeben ist.
Logistik hat zum Ziel, Waren unter den Gesichtspunkten
zur Verfügung zu stellen. Es wird auch das logistische Prinzip genannt. Diese Gesichtspunkte stellen in der Logistik nicht nur die Grundlage für Waren- sondern auch für Informationsflüsse dar.
Waren oder Güter lassen sich grob unterteilen in:
Mischungen sind möglich: immaterielle, wirtschaftliche Güter - Patente, zum Beispiel. Oder freie, materielle Güter - Wasser.
Daneben können noch die Begriffe Konsumgüter, Produktionsgüter, Gebrauchsgüter, Verbrauchsgüter, homogene Güter, substitutive Güter, etc. auftreten.
Beim Segment Transport ist eine weitere Unterteilung erkennbar. Man spricht von eingliedrigen oder mehrgliedrigen Transporten. Während es bei eingliedrigen Transportketten nur den sogenannten "Hauptlauf" gibt, verfügt eine mehrgliedrige Transportkette neben dem Hauptlauf noch über den Vor- und Nachlauf. Der Vorlauf beinhaltet die Abholung der Ware beim Absender und die Verbringung zu einem nahen Umschlagpunkt. Im Nachlauf wird die Ware dann von einem Umschlagpunkt der sich in der Nähe des Empfängers befindet die Zustellung beim Kunden durchgeführt.
Beispiel eingliedrig:
Für diesen Transport bietet sich ein LKW mit Mulde an. Die Beladung erfolgt direkt im Kieswerk auf den LKW. Anschließender direkter Transport zur Baustelle. Die Ware wird direkt dort entladen wo sie benötigt wird.
Beispiel mehrgliedrig:
Über den Vorlauf wird die Kiste im Laufe des Tages beim Absender mit einem kleinen LKW (z.B.7,5to LKW) abgeholt und zum Umschlagspunkt gebracht. Dort zusammen mit anderen Waren, die alle für die Region Birmingham UK bestimmt sind, auf einen 40to LKW verladen. Dieser Transportabschnitt nennt sich Hauptlauf, da der Hauptteil des Transportes hierbei absolviert wird. Nach Ankunft am Umschlagspunkt in Birmingham wird die Kiste entladen und für die Auslieferung an den Empfänger bereit gestellt. Dafür wird sie wiederum auf einen kleinen LKW verladen. Diese LKW transportiert alle Waren die für das gleiche Stadtgebiet (Zustellgebiet) wie die hier beschriebene Kiste vorgesehen sind. Diesen Teil nennt man Nachlauf.
Hub-and-spoke-Systeme sind eine weitere Art Transportketten aufzubauen. Dabei werden weit entfernte Empfänger über mehrere Hauptläufe miteinander verbunden. Beispiel: Ware aus Flensburg soll nach Bergerac bei Bordeaux in Frankreich transportiert werden. Der Spediteur greift dabei auf sein Netzwerk zurück, dass mittels eines Hub-and-spoke Verfahrens aufgebaut ist.
Der Vorlauf bringt die Ware nach von Flensburg nach Hamburg. Dort beginnt der erste Hauptlauf, indem die Strecke Hamburg-Paris absolviert wird. In Paris wird die Ware auf einen Hauptlauf nach Bordeaux geladen. Der zweite Hauptlauf ist also Paris-Bordeaux. Die Strecke Bordeaux-Bergerac bildet dann den Nachlauf.
Neben der Funktion als Umschlagpunkt für Transitverkehre, ist eine weitere wichtige Aufgabe der einzelnen Hubs die Sammlung der in der jeweiligen Region anfallenden Mengen, deren Bündelung und die Organisation des Nachlaufes in der jeweiligen Region.
Der Name Hub-and-spoke ist auf die Naben-und-Speichen-Architektur (wie beim Fahrrad) dieser Netzwerke zurück zuführen.
Quelle der Karte: google.maps.com
Zwischen Liefer- und Empfangspunkt vollzieht sich der Güterfluss niemals allein und völlig autark. Vorraussetzung dafür ist ein Austausch von Informationen zwsichen beiden Punkten. Daher ist eine belastbare Verknüpfung des Güterflusses mit dem Informationsfluss unerlässlich.
Die verschiedenen Konzepte die in der Logistik Anwendung finden sind zum großen Teil an Konzepte der allgemeinen Betriebswirtschaft angelehnt. Dabei wurde aber ein stärkerer Fokus auf logistische Belange gelegt und versucht eine breitere Basis an beteiligten Parteien mit aufzunehmen. Ein Konzept zur Straffung und Rationalisierung einer Produktion ist als Insellösung sicherlich hervorragend geeignet. Versucht man aber die eigene Produktion auf die Zeitpunkte der Rohstofflieferungen und aktuellen Bedarf der Abnehmer abzustimmen, dürfte sich ein deutlich höherer Nutzen einstellen. Dafür ist die Komplexität ganzheitlicher Modelle allerdings aber wesentlich höher als dies bei Insellösungen oder Straffung einzelner Prozesse der Fall ist.
Logistikkonzepte / Strategien sind unter anderem:
KooperationsstrategienDie Akteure innerhalb der Logistik lassen sich wie folgt aufteilen:
Transporteure / Carrier (1PL) - ihr Kerngeschäft besteht in der Ausführung der TUL-Prozesse (Transport, Umschlag, Lager). Sie verfügen über einen eigenen Fuhrpark und angebotsgerechte Immobilien. Unterschieden werden Sie nach Reichweite ihrer Dienstleistungen. Regional, national, europaweit oder global. Ihre Auftragslage ist unregelmäßig und eher singulär. Es besteht demnach eine geringe Bindungsintensität zu den Auftraggebern.
Spediteure (2PL) - übernehmen die Organisation und Koordination der TUL Prozesse. Die Hauptaufgabe am Markt und laut §435 Abs. 1 HGB ist die vertragliche Verpflichtung in der "Besorgung der Güterversendung". Man agiert also als Vermittler der Leistungen zwischen Verlader und Transporteur, als Organisator der Transportketten. Zumeist sind Spediteure nicht selbst im Besitz eines Fuhrparks. Können aber zum großen Teil auf eigene Lager und Umschlagsflächen zurückgreifen. Vertragliche Bindung zu Auftraggebern ist tendenziell eher gering. In der jüngeren Vergangenheit nahmen zusätzliche Dienstleistungen wie Zollformalitäten, Frachtavis oder die Planung der Umschlagprozesse verstärkt zu. Dieser Trend kann auch in Zukunft erwartet werden.
Ist ein Spediteur selbst im Besitz der nötigen Infrastruktur kann er aus seiner Rolle als Vermittler heraus selbst tätig werden. Zum Beispiel um Transporte mit eigenem Fuhrpark abzuwickeln. Den rechtliche Rahmen dazu bietet §458 HGB.
Third party logistics provider (3PL), auch Systemdienstleister genannt, sind darauf spezialisiert ganzheitliche Logistikdienstleistungen anzubieten. Dazu gehören neben Zollformalitäten und Frachtweiterleitung auch das Bestellwesen, die Auftragsabwicklung, der Zahlungsverkehr und sonstige value added services (VAS). Auf Grund der eher koordinativen Aufgaben sind zumeist weder eigener Fuhrpark noch Lagerflächen vorhanden. Die vertragliche Bindung zwischen Auftraggeber und Logistikdienstleister ist jedoch sehr eng.
Forth party logistics provider (4PL) koordinieren in der Rolle eines Logistik Managers die Ressourcen, Kapazitäten und Technologien des eigenen Unternehmens mit beteiligten Dienstleistern um ganzheitliche Lösungen zu präsentieren. Eigene Assets sind in der Regel kaum vorhanden. Weiterhin stellen 4PL Know-How bezüglich der jeweiligen Branche, Informationstechnologie und IT Infrastruktur zur Verfügung. Weiterer zentraler Aspekt ist die Weiterleitung und Nutzbarmachung von Informationsflüssen.
fifth party logistics provider (5PL) haben einen ausgeprägten Supply Chain Charakter. Ihre zentralen Aufgaben liegen in der Schaffung von Systemnetzwerken und der Ausrichtung der Geschäftsprozesse an diesen Netzwerken.
SCM IT-Dienstleister sollen die einheitliche bzw. durchgängig kompatible IT-Struktur sicherstellen. Besonders wenn Geschäftspartner erstmalig zusammenarbeiten, müssen Harmonisierungen und Standards von den IT-Dienstleistern eingeführt bzw. werden, die den notwendigen Informationsfluss sicherstellen.
Logistik Berater (externe Berater) sind behilflich wenn mittels wissenschaftlicher Erkenntnisse Lösungen für individuelle innerbetriebliche Problemstellungen gefunden werden sollen oder Studien über logistikrelevante Fragestellungen zu erarbeiten sind. Durch ihre Arbeit für verschiedene Auftraggeber mit ganz individuellen Problemen können sie auf einen breite Basis an Erfahrungen und Lösungsansätze zurückgreifen.
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